Frank Plasberg zählt zu den markantesten Gesichtern des deutschen Fernsehens. Als Moderator, Journalist und Diskussionsexperte hat er die politische Talkkultur geprägt wie kaum ein anderer. Besonders mit seiner Sendung „Hart aber fair“ setzte er neue Maßstäbe für sachliche, dennoch leidenschaftliche Debatten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.
Doch wer ist der Mann hinter der präzisen Fragetechnik und dem unverwechselbaren Moderationsstil? In diesem Artikel tauchen wir tief in das Leben von Frank Plasberg ein – von seinen journalistischen Anfängen bis hin zu seinem Rückzug von der Bildfläche. Wir analysieren seine Karriere, seine größten Erfolge, aber auch die Kritik, die ihn über die Jahre begleitete.
Eines ist sicher: Frank Plasberg hat die deutsche Medienlandschaft nachhaltig verändert. Seine Arbeit steht für Klarheit, Verantwortung und den Mut, unbequeme Fragen zu stellen. Wer verstehen will, wie modernes Fernsehen in Deutschland funktioniert, muss Frank Plasberg kennen.
Frühe Jahre und Ausbildung von Frank Plasberg
Frank Plasberg wurde am 18. Mai 1957 in Remscheid geboren. Schon als Schüler interessierte er sich für Sprache und Politik – ein Talent, das ihn später in den Journalismus führte. Nach dem Abitur absolvierte er ein Volontariat bei der Rheinischen Post, wo er die Grundlagen des investigativen Journalismus erlernte.
In den frühen 1980er Jahren arbeitete er als Reporter beim WDR und entwickelte dort seine journalistische Handschrift: klar, kritisch und immer faktenorientiert. Früh zeigte sich seine Stärke darin, komplexe Themen verständlich zu machen und sie für ein breites Publikum aufzubereiten – eine Fähigkeit, die später sein Markenzeichen wurde.
Der Einstieg ins Fernsehen
Sein erster großer TV-Erfolg gelang Frank Plasberg mit der Sendung Aktuelle Stunde“ im WDR, die er von 1987 bis 2002 moderierte. Mit seiner sachlichen, aber pointierten Art gewann er schnell das Vertrauen der Zuschauer. Er kombinierte journalistische Präzision mit einer persönlichen Note – eine Mischung, die selten und erfolgreich zugleich war.
Diese Erfahrung ebnete den Weg für das Format, das ihn später berühmt machen sollte: „Hart aber fair“.
„Hart aber fair“ – Eine neue Art der politischen Debatte
Im Jahr 2001 startete „Hart aber fair“ im WDR – zunächst als regionale Sendung, ab 2007 dann bundesweit in der ARD. Das Konzept: politische Diskussionen auf Augenhöhe, mit Gästen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, stets moderiert von Frank Plasberg mit analytischer Schärfe und ruhiger Autorität.
Seine Fragen waren präzise, oft unbequem, aber immer respektvoll. Zuschauer schätzten ihre Fähigkeit, Debatten zu strukturieren, Fakten von Meinungen zu trennen und Emotionen zuzulassen, ohne die Kontrolle zu verlieren.
Unter seiner Leitung wurde „Hart aber fair“ zu einer der erfolgreichsten Polit-Talkshows Deutschlands. Millionen sahen , dass Politiker, Wissenschaftler und Bürger kontrovers über aktuelle Themen diskutierten – von der Klimapolitik über Migration bis zur Pandemie.
Moderationsstil und journalistische Handschrift
Frank Plasberg war nie der lauter Provokateur. Sein Stil war analytisch, kontrolliert und stets von journalistischer Neugier getrieben. Er stellte Fragen, die andere vermieden, und zwang seine Gäste dazu, Stellung zu beziehen.
Charakteristisch war sein berühmtes „Hart, aber fair – das ist unser Prinzip“. Dieses Motto lebte er authentisch: kritisch, aber nie respektlos. Damit unterschied er sich deutlich von vielen Talkshow-Kollegen, die eher auf Schlagzeilen setzen.
Auszeichnungen und Anerkennungen
Frank Plasberg wurde im Laufe seiner Karriere vielfach ausgezeichnet. Zu seinen wichtigsten Ehrungen zählen:
- Deutscher Fernsehpreis (2003, 2009)
- Grimme-Preis (2005)
- Bambi (2008)
- Goldene Kamera (2010)
- Bayerischer Fernsehpreis
Diese Preise würdigen nicht nur seine journalistische Leistung, sondern auch seinen Beitrag zur demokratischen Diskussionskultur in Deutschland.
Kritik und Kontroversen
Wo es Meinungsvielfalt gibt, bleibt Kritik nicht aus. Frank Plasberg stand immer wieder im Fokus der öffentlichen Debatte – etwa wegen der Themenauswahl oder der Gästelisten seiner Sendungen. Manche warfen ihm vor, zu konfrontativ zu moderieren, andere hielten ihm eine gewisse politische Schieflage vor.
Doch Plasberg blieb gelassen. In Interviews betonte er stets, dass sein Ziel nicht sei, zu gefallen, sondern Diskussionen anzuregen. „Wer alle zufriedenstellt, hat keine Haltung“, sagte er einmal – ein Satz, der viel über seine Arbeitsweise verrät.
Privatleben und Familie
Abseits der Fernsehkameras lebt Frank Plasberg ein eher zurückgezogenes Leben. Er war zunächst mit der Journalistin Angela Maas verheiratet, mit der er zwei Kinder hat. Seit 2012 ist er mit der Moderatorin Anne Gesthuysen verheiratet, die durch das ARD-Morgenmagazin bekannt wurde.
Das Paar lebt in Köln und arbeitet gelegentlich an gemeinsamen Projekten. Beide teilen die Leidenschaft für Journalismus und Literatur. In Interviews wirken sie humorvoll, bodenständig und in ihrer Beziehung gleichberechtigt – eine Seltenheit in der Medienwelt.
Gesundheit und Rückzug aus der ARD
Im Jahr 2022 verkündete Frank Plasberg überraschend, dass er die Moderation von „Hart aber fair“ abgibt. Als Grund nannte er den Wunsch, mehr Zeit für Familie und private Projekte zu haben. Sein Nachfolger wurde Louis Klamroth.
Viele Zuschauer reagierten mit Wehmut – schließlich war Plasberg über zwei Jahrzehnte das Gesicht der Sendung. Doch sein Rückzug war kein Rücktritt aus der Öffentlichkeit, sondern ein bewusster Schritt in eine neue Lebensphase.
Was macht Frank Plasberg heute?
Nach seinem Ausstieg blieb Plasberg nicht untätig. Er moderiert weiterhin ausgewählte TV-Formate, hält Vorträge über Medienethik und berät journalistische Nachwuchsprojekte. Zudem engagiert er sich für Bildungsinitiativen und Medienkompetenz in Schulen.
Gelegentlich tritt er als Gast in Talkshows auf oder kommentiert aktuelle politische Entwicklungen. Dabei bleibt er seinem Stil treu: ruhig, sachlich, präzise.
Frank Plasberg als Mentor und Vorbild

Viele junge Journalisten sehen in ihm ein Vorbild. Seine Art, journalistische Verantwortung mit Fairness zu verbinden, gilt als Musterbeispiel moderner Berichterstattung. Plasberg hat gezeigt, dass man auch im Fernsehen Haltung zeigen kann, ohne laut zu werden.
An Journalistik-Fakultäten wird sein Moderationsstil oft analysiert – insbesondere seine Fähigkeit, Emotion und Sachlichkeit in Balance zu halten.
Einfluss auf die deutsche Medienlandschaft
Frank Plasberg hat mehr als 20 Jahre lang den Ton in der deutschen Talkshow-Kultur gesetzt. Sein Einfluss reicht weit über die ARD hinaus. Viele Formate, die heute politische Diskussionen inszenieren, orientieren sich an seinem Konzept: klare Fragen, strukturierte Gespräche und echte Argumente statt Showeffekte.
Seine Sendung diente oft als Spiegelbild gesellschaftlicher Spannungen – und als Bühne, auf der Bürger direkt mit Politikern ins Gespräch kamen. Damit schuf er ein Stück gelebte Demokratie im Fernsehen.
Zitate von Frank Plasberg
„Ein Moderator muss unbequem sein dürfen – sonst ist er überflüssig.“
„Ich sehe mich nicht als Richter, sondern als neugierigen Fragesteller.“
„Fairness bedeutet, auch dann zuzuhören, wenn man anderer Meinung ist.“
Diese Zitate fassen seine berufliche Philosophie perfekt zusammen.
Trivia – Weniger bekannte Fakten über Frank Plasberg
- Er besitzt eine Leidenschaft für klassische Musik und spielt selbst Klavier.
- Plasberg ist begeisterter Hobbykoch – er sagt, Kochen sei „die beste Form der Meditation“.
- Sein Hund „Lotte“ war jahrelang in Social-Media-Posts seiner Frau Anne Gesthuysen zu sehen.
- Er war ursprünglich für eine Karriere als Lehrer vorgesehen, bevor ihn der Journalismus faszinierte.
- Trotz seiner Medienpräsenz hat er nie ein eigenes Social-Media-Profil geführt.
Frank Plasberg und die Zukunft des Journalismus
In mehreren Interviews äußerte Plasberg sich kritisch über die wachsende Polarisierung der Medienlandschaft. Er warnt vor der „Empörung Spirale”, in der Fakten zunehmend durch Emotion ersetzt werden. Sein Credo: Journalismus müsse zurück zur Recherche, weg vom schnellen Kommentar.
Er sieht die Zukunft des Fernsehens in einer Kombination aus Qualität und Glaubwürdigkeit – Eigenschaften, die ihn selbst immer ausgezeichnet haben.
Vermächtnis und Bedeutung
Frank Plasberg hat Maßstäbe gesetzt – nicht nur für politische Talkshows, sondern für den journalistischen Diskurs insgesamt. Sein Vermächtnis besteht darin, dass er gezeigt hat, wie ernsthafte Themen ein Millionenpublikum erreichen können, wenn man sie ehrlich, respektvoll und klug präsentiert.
Er hat Generationen von Zuschauern gelehrt, dass Meinung nur zählt, wenn sie auf Wissen basiert – und dass Streit produktiv sein kann, wenn er mit Haltung geführt wird.
Fazit
Frank Plasberg bleibt auch nach seinem Rückzug eine prägende Figur des deutschen Fernsehens. Er steht für Klarheit, Fairness und journalistische Integrität – Werte, die in einer zunehmend polarisierten Medienwelt wichtiger sind denn je.
Sein Beitrag zur öffentlichen Debatte wird bleiben, auch wenn er nicht mehr wöchentlich auf Sendung geht. Er hat das politische Gespräch in Deutschland verändert – sachlicher, transparenter, menschlicher.
FAQs – Häufig gestellte Fragen zu Frank Plasberg
Wer ist Frank Plasberg?
Frank Plasberg ist ein deutscher Journalist und Fernsehmoderator, bekannt durch die politische Talkshow „Hart aber fair“.
Warum hat Frank Plasberg aufgehört?
Er beendete 2022 seine Moderationstätigkeit, um sich privaten Projekten zu widmen.
Wer ist seine Ehefrau?
Seine Ehefrau ist die Moderatorin und Autorin Anne Gesthuysen.
Was macht Frank Plasberg heute?
Er hält Vorträge, arbeitet als Medienberater und engagiert sich in Bildungsinitiativen.
Welche Preise hat er gewonnen?
Unter anderem den Grimme-Preis, den Deutschen Fernsehpreis und die Goldene Kamera.

